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Video-Transkript

Gehen wir zurück zu unserem einfachen Bank-Beispiel Mal sehen, ob wir es benutzen können, um zu verstehen was Geld eigentlich ist und wie es entsteht. Also im ersten Video hatten wir diese Idee von diesen Bauern die am Ende der Saison ihre Äpfel verkaufen wollen. Sagen wir mal, die gängigste Apfelsorte auf dieser Insel. Und dann am Ende jedes Jahres bekommen sie dafür, ich erfinde hier eine Zahl, sagen wir mal 1000 Goldstücke. Alle zusammen. Oder wenigstens dieses Jahr sind es 1000 Goldstücke. Sie haben 1000 Goldstücke, alle zusammen. Normalerweise würden sie es jetzt unter ihrer Matratze verstecken oder ein Loch im Garten dafür graben. Und ich würde sagen: Wow, was für eine Verschwendung, denn es gibt so viele gute Ideen für Projekte da draussen: vielleicht Bewässerungsgräben, Fabriken oder anderes. Aber diese Leute haben einfach kein Geld, diese Projekte umzusetzen. Könnte man doch dieses Geld dafür nutzen, dann würde tatsächlich Wohlstand entstehen. Es gäbe Innovation. Und der Kuchen würde größer werden. Was ich jetzt machen kann, ist eine Bank zu eröffnen. Und ich mache nochmal das selbe, was ich im letzten Video getan habe. Nehmen wir an, ich selbst hätte bereits 100 Goldstücke. Ich bleibe hier bei Gold, denn ich möchte hier zeigen, wie bei der Geldschöpfung immer ein Multiplikations-Effekt entsteht, selbst dann, wenn man Gold benutzt. Einige Leute denken, dass das nur bei Papiergeld passiert. Aber das hat hängt mit der Mindestreserve zusammen. Das genau war der Inhalt der letzten beiden Videos. Gehen wir nochmal das ganze Beispiel durch. Also, ich nehme die 100 Goldstücke und baue ein schönes, stabiles Bank-Gebäude. Also das hier ist das Gebäude. Und es ist 100 Goldstücke wert. Das sind meine Vermögenswerte. Vermögenswerte links, Verbindlichkeiten rechts. Und dann erzähle ich all diesen Bauern, ihr Geld sei nicht sicher, dort, wo sie es haben. Wenn ihr es stattdessen als Guthaben in meiner hübschen Bank einzahlt, werde ich euch Zinsen geben. Die Bauern sind begeistert. Sie bringen ihre ganzen 1000 Goldstücke zu mir in meine Bank. Nun habe ich also diese Verbindlichkeit. Ich habe 1000 Goldstücke Verbindlichkeiten. Und warum ist das eine Verbindlichkeit? Weil ich es den Bauern schulde. Irgendwann in der Zunkunft werden sie zu mir kommen und sagen: "Hey, erinnerst du dich an mein Gold?" "Ich möchte es zurück!" Deswegen ist eine Verbindlichkeit für mich. Aber es ist auch ein Vermögenswert. Und mein ganzes Geschäftsmodel war, dass ich mit diesem Vermögen arbeiten wollte. Also nehme ich etwas davon beiseite. Ich nehme es als Reserve. Ich benutze rot für die Reserve. Wir kommen später darauf zurück. Sagen wir mal ich lege 10 % auf die Seite. Also lege ich 100 Goldstücke zurück. Und ich mache das für den Fall, dass irgendein Bauer morgen oder nächste Woche zu mir kommt und sagt, weisst du was, ich brauche mein Geld jetzt. Mein Sohn muss zum Frisör oder was auch immer er sagt. Aber egal, jedenfalls lege ich 100 Goldstücke als Reserve beiseite. Und den Rest - diese 900 Goldstücke - verleihe ich. Ich nehme dafür eine andere Farbe. Ich benutze grün. 900 Goldstücke verleihe ich. Das ist jetzt auch ein Vermögenswert. Aber das Gold ist weg. Ich nehme das Gold - erinnern wir uns: es gab 1000 Goldstücke, die eingezahlt wurden und ich habe 100 davon behalten. Und jetzt leihe ich es jemandem, der ein richtig gutes Projekt plant. Normalerweise würde man es an eine Reihe Leute verleihen. Aber der Einfachheit halber, sagen wir mal, ich leihe es an jemanden, der ein Bewässerungsprojekt plant. Er nimmt die 900 Goldtücke und bezahlt damit eine Reihe von Leuten, die jetzt eigentlich nichts mehr zu tun haben, weil die Äpfel ja schon geerntet und verkauft sind und deswegen haben sie Zeit einen Bewässerungskanal zu bauen, so dass nächstes Jahr mehr Land kultiviert werden kann und mehr Apfelbäume gepflanzt werden können. Und ich finde, dass einen großartigen Plan, weil ja dadurch mehr mehr Äpfel geerntet und verkauft werden können oder sie verkaufen das Wasser an die Bauern. Jedenfalls sollten die Projektleiter imstande sein, mir Zins zu zahlen. Ich gebe ihnen also die 900 Goldstücke, damit sie diese Gräben bauen können. So kommen die 900 Goldstücke zu den Arbeitern. Der Kreditnehmer hat sie geborgt, um damit die Arbeiter bezahlen zu können. 900 Goldstücke gehen an die Arbeiter. Und nachdem das Projekt abgeschloseens ist, gibt es eine Reihe von Arbeitern, die zusammen über 900 Goldstücke verfügen. Nun ja, diesen Arbeitern ergeht es genau wie den Bauern, Sie sagen:" Ich will das Geld nicht unterm Bett verstecken." "Ich möchte Zinsen dafür kriegen." "Es ist nicht sicher, es in meinem Haus aufzuheben." Nehmen wir mal an meine Bank wäre die einzige Bank im Ort. So würden sie also zu meiner Bank damit kommen. Und sie würden sagen:"Hey Sal, ich möchte mein Geld bei dir einzahlen." "Prima", sage ich. Also nehme ich die 900 Goldstücke und mache damit eine Guthaben. Also zeichne ich das jetzt als Guthaben. Wenn das hier 1000 sind, sind das dort 900. Das hier ist das Gutahben der Bauern Das war das ursprüngliche Geld. Und jetzt habe ich noch 900 Goldstücke von den Arbeitern dazu bekommen. Ich möchte das möglichst ordentlich aufschreiben. Ich wollte nicht mehre Banken einführen, denn man kann das genauso gut mit nur einer Bank durchspielen. In einem weitern Film werde ich dann vielleicht mehrere Banken einführen. um zu zeigen, dass Einzahlungen ebenso gut woanders getätigt werden können. Aber das Prinzip ist das selbe. Jedenfalls werden diese 900 Goldstücke erneut bei meiner Bank eingezahlt. Und ich sage: "wow, ich muss nicht die ganzen 900 Goldstücke behalten." Ich könnte wiederum etwas für nützliche Projekte herleihen. Also nochmal: Ich sage, dies hier sind Guthaben. Das bedeutet, dass die Bauern sie jederzeit zurückfordern können. Deshalb nehme ich etwas davon beiseite. Ich weiss aus Erfahrung, dass nicht mehr als 10% an einem gegebenen Tag kommen werden. Also nehme ich 10% davon. So habe ich wieder eine Reserve von 10%. Ich nehme also 90 Goldstücke beiseite. Und den Rest - ich benutze wieder die grüne Farbe für das Ausleihen - die anderen 810 Goldstücke verleihe ich. Sagen wir mal ich verleihe es an einen Geschäftsmann. Eriinnern wir uns , ich bekomme Zinsen für den Kredit. Aber die Zinsen sind uns erstmal egal. Was uns interessiert ist die Geldmenge. Ich leihe es an einen Typen, der eine Fabrik damit baut. Er baut eine Fabrik für Schnittwerkzeuge. Sie werden uns beim Ernten der Äpfel helfen. Vielleicht sogar beim Ausheben der Gräben. Also nochmal: diese 810 Goldstücke gehen an die Bauarbeiter oder die Auftragsnehmer, die die Fabrik aufbauen. Nennen wir mal die Leute, die die Fabrik aufbauen Fabrikarbeiter. Also bekommen sie die 810 Goldstücke. Und sie wollen sie wiederum nicht zu Hause aufheben. Es gibt doch diese nette Bank von Sal und sie zahlt auch noch Zinsen auf unser Guthaben. Also nehme sie diese 810 Goldstücke und tragen sie zu meiner Bank. Und ich könnte diesen Prozess jetzt weiter fortsetzen. Aber damit das klar ist, es geht nicht unendlich weiter. Denn in jedem Schritt, haben wir etwas weniger neues Guthaben. Ich zeige mit Mathematik wie viele Schritte es höchstens geben kann. Naja, stoppen wir einfach hier, damit uns die Zeit nicht ausgeht. Also sie nehmen die 810 Goldstücke und danach verleihe ich nichts mehr. Ich behalte also die 810 eingezahlten Goldstücke als Reserve. Ich muss es ja nicht verleihen, obwohl ich es natürlich könnte. Ich könnte wiederum nur 20% beiseite legen, 81 Goldstücke und den Rest verleihen. Aber diesmal verzichte ich darauf. Ich behalte die ganzen 810 Goldstücke als Reserve. Das ist dann also meine Bilanz. Vielleicht, wenn diese Transaktionen alle aufeinmal passeiren, ich meine innerhalb eines Jahres, dann sieht meine Bilanz so aus. Dies hier sind meine Vermögenswerte und dies dort meine Verpflichtungen. Und es gilt immer noch: das Vermögen besteht aus den Verpflichtungen plus der Einlage. Das hier war die Einlage. Das hier sind die Verpflichtungen. Das sind die Guthaben, die ich den Leuten schulde. Guthaben sind das Gleiche wie Verpflichtungen, aus der Sicht der Bank. Sie bedeuten Vermögenswerte für diese Leute. Und das sind meine Vermögenswerte. Einige davon sind Bargel, die in rot. Diese 810, diese 90 und diese 100 sind Goldstück, die ich in meine Bank deponiert habe, das sind als definitiv Vermögensewerte, über die ich hier verfüge. Und diese Darlehen hier, die ich vergeben habe, naja, wenigstens dieses und dieses, das sind Darlehen, die ich an jemanden verliehen habe. Und das sind auch Vermögenswerte, solange die Leute sie zurückzahlen. Jetzt haben wir es also alles aufgeschrieben. Ich frage mich jetzt, wieviel Geld gibt es in diesem System oder dieser Wirtschaftsstruktur? Es kommt ganz darauf an, wie man Geld definiert. Also definieren wir es. Sagen wir mal ich mache eine Definition m0 Das bezeichnet wieviel Gold es gibt. WIeveil Gold steckt in dieser Gesellschaft? Naja, wir können es zählen. Dekt dran, alles Gold ist in meiner Bank. Also müssen wir nur zur Bank gehen und zählen, wieviel Gold sie gelagert hat. Das sind 100 Goldstücke hier und 90 Goldstücke hier und 810 Goldstücke hier. Also 810 plus 90 plus 100 macht 1000 Goldstücke. Wir haben also 1000 Goldstücke. Und das macht Sinn, denn wir hatten ja auch am Anfang 1000 Goldstücke. Und wir haben ja nicht gerade Gold ausgegraben oder Alchemie betrieben. Wir hatten am Anfang 1000 Goldstücke und es gibt keinen Weg daraus mehr Gold zu machen. Gold vermehrt sich nicht von selbst. Also haben wir immer noch 1000 Goldstücke. Wir können das als die engste Definition der Geldmenge ansehen. Hier ist eine andere Definition: Nennen wir sie m1. Meine Zeit geht zu Ende. Also m1 ist, was die Leute denken, das sie haben, aufgrund ihrer Guthaben bei der Bank. Die Bauern denken, dass sie 1000 Goldstücke besitzen. Die Arbeiter, die die Bewässerungsgräben gabaut haben, denken, dass sie über 900 Goldstücke verfügen Und dann gibt es da noch die Fabrikarbeiter, die denken, sie besäßen 810. Also wenn man das summiert, ergibt es 1000 plus 900 plus 810. Das sind, mal rechenen 1900 - insgesamt 2710 Goldstücke. Also, wenn man losginge und alle Leute in der Stadt befragen würde: "Wie viel habt ihr auf dem Girokonto?" Oder: "Wie hoch ist euer Guthaben bei der Bank?" Wenn man diese Zahlen addierte, käme man auf die 2710 Goldstücke. Das ist der Multiplikator-Effekt. Genau das passiert, wenn man ein Bankensystem mit Mindestreserve hat. Und das ist gemeint, wenn die Leute über die Geldmenge reden. Es hängt davon ab, wie man zählt - und genau das meinen die Leute, wenn sie sagen das Geld aus dem Nichts entsteht. Wir hatten 1000 Goldstücke, aber wegen des Multiplikator-Effekts dachten die Leute, sie hätten 2710 Goldstücke. Im nächsten Video werde ich mich der Frage widmen, ob die Leute damit Recht haben. Bis dann.